Energie sparen in Datacenter - Geht das?

Was kann unternommen werden, um die Energieeffizienz in Rechenzentren zu verbessern?

Die Nachfrage nach neuen Rechenzentren in der Schweiz wächst ungebremst, und damit auch der Stromverbrauch. Mit den steigenden Strompreisen ist es nun aktueller denn je, den Energieverbrauch seiner IT-Systeme zu optimieren.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie des BFE hat gezeigt, dass mit den richtigen Massnahmen bis zu 46 % der Energie eingespart werden könnten. Das entspricht fast einer Milliarde Kilowattstunden!

Erfahren Sie mehr über die Studie des BFE: Studie des Bundesamts für Energie

Die Untersuchung hat gezeigt, dass das grösste Einsparpotenzial bei kleineren Unternehmen und älteren Datacenter liegt. Grosse Einsparungen versprechen dort beispielsweise das Anheben der Systemraumtemperatur oder die Nutzung von Umgebungsluftkühlung (Free-Cooling). Auch bauliche Massnahmen wie die Trennung von Kalt- und Warmgängen oder die Nutzung von Abluft kann die Gesamtbilanz stark verbessern.

Weiter ist es relevant, dass die verwendete Energie aus einheimischer erneuerbarer Quelle stammt. Auf der Seite der verwendeten IT-Infrastruktur können Einsparungen erzielt werden durch energieeffizientere Speicher, durch höhere Auslastungen, durch mehr Virtualisierung oder durch den Einsatz von effizienteren IT-Komponenten.

Was unternimmt BEGASOFT?

BEGASOFT betreibt seine Infrastruktur im Rechenzentrum Wankdorf der Swisscom (Schweiz) AG.
Dieses gehört zu den nachhaltigsten Rechenzentren der Schweiz und wurde mehrfach für seine Energieeffizienz ausgezeichnet. Erfahren Sie mehr über das Rechenzentrum Bern-Wankdorf.

Ein Grossteil der Einsparungen wird durch eine angepasste Kühlung der IT-Systeme erreicht. Im RZ Wankdorf liegt die Betriebstemperatur im Sommer bei rund 28 Grad – was völlig ausreicht. Für jedes Grad Celsius, das heruntergekühlt wird, muss rund 4 % mehr Energie investiert werden. So kann allein durch die höhere Betriebstemperatur knapp 30 % Energie eingespart werden. Wenn nicht gerade hochsommerliche Temperaturen herrschen, reicht somit eine Kühlung mit Umgebungsluft. Und wenn es doch einmal zu warm wird, werden keine klassischen Klimageräte verwendet. Die Kühlung wird dann zusätzlich mit einer energieeffizienten Regenwasserverdunstungsanlage auf dem Dach unterstützt.

Umweltfreundlich ist auch die Verwendung der Abluft. Anstatt dass diese Energie einfach «verschwendet» wird, wird sie in den neuen Wärmeverbund der Stadt Bern eingespeist.

Zu guter Letzt wird sämtlicher Strom aus einheimischen erneuerbaren Energiequellen bezogen.

Die Massnahmen hören aber da nicht auf. Auch BEGASOFT steigert laufend die Effizienz der eingesetzten Systeme durch cleveren Einsatz unterschiedlicher Anlagetypen und der Vermeidung von Überprovisionierung. Beispielsweise erlaubt die eingesetzte Container-Plattform (Kubernetes) massgeschneiderte Services welche genau auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind, und dies mit zugleich verbesserter Flexibilität und Zukunftssicherheit.

Wichtig ist es dabei, die Kundenbedürfnisse gut zu verstehen, um die passenden Lösungen anzubieten und langfristig gemeinsam und partnerschaftlich den Betrieb zu begleiten und zu optimieren.

Was kann ich als IT-Verantwortliche(r) tun?

Betrieben Sie eigene IT-Infrastruktur, sollten Sie die Energie- und Ersatzbeschaffungskosten gut im Auge behalten. Ein IT-Outsourcing zu einem Betreiber mit einer zukunftssicheren und nachhaltigen Infrastruktur kann rasch Sinn ergeben.

Weiter kann man dadurch seine Ökobilanz stark verbessern, auch weil man bei Co-Location-Lösungen stark von Synergieeffekten profitieren kann. Auch bedürfen Neuanschaffungen grosse Investitionen, wodurch bei der Leistungserbringung bei einem Dienstleister die Kosten variabel bleiben.

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